Ist das noch Karneval?
Drei Stunden schieben sich grölende und zu meist besoffene Teenager durch die Straßen vorbei an gelangweilten Zuschauern, die keinen Bezug zu dem Treiben auf der Straße bekommen. Ist das noch Karneval? Heute in Langbroich musst ich mir diese Frage stellen, als der Karnevalsumzug an uns vorbei zog. Wo sind die Kapellen, die Mariechen und Majore, die Fußgruppen, die vielen kölsche Fastelovend-Lieder der Höhner, Black Föös usw. und wo sind die Karnevalisten, die mit den Zuschauern zusammen schunkeln und tanzen?
Statt dessen ziehen die vielen Teenager-Gruppen mit ihren riesigen Wagen und bombastischer Dance Muskik ihre Show ab und die Leute am Rand dürfen zusehen. Bei den Kindern sah man kein Glänzen in den Augen, sondern Angst vor den monströsen Gefährten, vor den grölenden besoffenen Mengen und der irre lauten Musik. Was hat das noch mit dem Karneval zu tun, den ich kenne? Nichts mehr. Aber um mich geht es nicht, sondern um die vielen Kinder in der Region, die sich wochenlang darauf freuen, am Zug zu sehen und Kamelle zu fangen.
Daher eine Bitte von mir, die sicher vielen Personen, die ich heute am Straßenrand habe stehen sehen, aus der Seele spricht: Laßt die Finger vom Alkohol, macht die Musik leiser, spielt Karnveals Hits und werft den Kindern Kamelle und Schokolade zu. Das Geld, das ihr beim Alk spart, reicht dafür. Den Organisatoren der Züge empfehle ich, für mehr Abwechslung zu sorgen. Wenn dies eine Geldfrage ist, müssen eben mehr Sponsoren her. So macht das keinen Spaß. Danke.






Genau sind ja nicht auf der Loveparade! Besonders diese riesen Gruppen mit den eintönigen 0 8 15 Kostümen… jedes Jahr das gleiche, Kostüm aus dem Supermarkt und dann schnell den Wagen zusammengeschustert.. Hauptsache es bleibt noch genung Platz für die Musikanlage und den Alkohol, wofür brauch man da noch kreative Ideen, die den Zuschauern gefallen.
Der Süsterseeler Zug fing ganz gut an. Die ersten Gruppen waren Karnevalistisch. Dann kam “Karnevalfreunde Selfkant”. Mit gleich 2 Aggregate wurde genug Strom für die ohrenbetäubende Musikanlage geliefert. Immerhin mit einer gewissen Choreografie die doch ansehlich war. Leider wurde es nicht mehr besser. Die nächsten Wagen steigerten sich nur noch in Lautstärke. Einer topte dann alles. Ein großer weiser Wagen. Welcher weiß ich nicht da wir den nur noch aus der Ferne sahen. Wegen des Lärmpegels mussten wir abbrechen und verpassten das letzte Viertel. Unser Kind weinte wegen des Lärms.
Gegen 19 Uhr begegnete mir dann dieser Wagen nochmal. Der Zug war vorbei. Die Musik deshalb aber nicht aus. Durch den Straßen dröhnte ein “fick mich, leck mich, bums mich in den Arsch”.
Was das alles noch mit Karneval zu tun haben soll ….
Ich pflichte meinen Vorrednern bzw. -schreibern nur bei. Ich habe in den letzten beiden Jahren zum ersten Mal Karneval in dieser Region gesehen, was mir so genügt hat, dass ich mich dieses Jahr nicht vor die Türe wagte.
Ich komme aus einer Region, in der Karneval (dort Fasnacht) noch mit Tradition verbunden ist und sich Gruppen vom Kleinkind bis zum Großvater mit Fantasie und Freude als Aktive daran beteiligen (da gibt es sogar Auflagen und “ungeschriebene” Gesetze für einen Aktiven).
Ich habe es nicht nötig mit anzusehen wie besoffene Teens in einfallslosen Klamotten Party feiern, denn die machen es für sich und nicht wie es sein sollte für die Zuschauer. Diese sehen es als Freibrief zum Saufen…und nicht nur Bier - egal wie jung sie sind *malmitdemZaunpfahldenOrdnungshüternwinken*
Wenn die Organisatoren Angst haben, dass sie bei härteren Regeln evtl. weniger Teilnehmer haben werden, ist dem entgegen zu setzen, dass die Teilnehmer bald ohne Zuschauer durch die Straßen wandern müssen, die bis heute schrecklich aussehen und die leeren Alkoholflaschen teils zertrümmert noch eine Gefahr bilden!
Zurück zu Kultur und Qualität - dann werden sich auch bestimmt andere Aktive finden, die den Karneval wieder feiern, wie er sein sollte.
Schade dass wohl Feiern mit Saufen gleichgesetzt wird und es den Teens wohl irgendwie nicht vermittelt wurde, wie man lebt ohne sich zu ertränken - ein schönes Vorbild für die nächste Generation, welche schon erschreckender Weise die o.g. Musik-Texte singt, ohne den Inhalt zu verstehen.
Wo bleibt Euer Verstand?
Anja
hallo,
also ich war selbst im umzug dabei (höngener affen) ich kann den vorrednern aber nur teilweise beipflichten. wir haben immer darauf geachtet dass während der umzüge ausschließlich karnevals- bzw. stimmungsmusik läuft und das in einer recht erträglichen lautstärke.
und was nach bzw. den umzügen gespielt is doch jedem selbst überlassen. wenn man fünf tage NUR karnevalsmusik hört hat man irgendwann genug davon. und zu den eintönigen kostümen kann ich nur sagen, dass ich selbst dieses jahr nicht begeistert von unsern kostümen war. hoffe das ändert sich im nächsten jahr.
Hallo König im Affenstall, mag sein, dass Ihr Affen beim Umzug noch tolerant und bemüht wart. Andere Gruppen waren es aber nicht. Die teilweise extrem laute Musik, Lieder von den Hosen oder immer wieder “Die Elf vom Niederrhein” sowie teilweise extreme Alk-Opfer waren definitv kein Spaß. Laßt doch einfach den extensiven Alk Genuss weg, spielt vernünftige Stimmungsmusik und feiert mit den Zuschauern. Dass dem einen oder anderen bei Höhner oder Paveier schlecht wird, muss man überleben können, wenn man im Karnevalszug mitgehen will.
Sicher darf man nach den Umzügen spielen, was man will. Aber a) nicht mehr 20.00 so extrem laut und b) nicht solche Lieder wie das oben genannte. Die könnt ihr euch über iPod ins Hirn pfeifen, aber nicht über die Straße.
Macht es doch 2010 einfach besser und seid ein Vorbild - wie Ihr Affen es vielleicht schon gemacht habt.
Alaaf zusammen.
Tja die Lautstärke ist so ein Ding, das auch mir nur dann gefallen würde, wenn es Karnevalsmusik wäre.
Alles zu regulieren ist schwierig, und würde Gruppen abhalten
zu kommen. Es ist ohnehin nicht einfach viele Teilnehmer zu bekommen.
Für das Thema Abwechslung dann wieder nach Sonsoren zu rufen halte ich für deplatziert. Vielmehr können die Leute, die hier nach Veränderungen rufen auch mit eigenen Beiträgen dafür sorgen, das der Zug viele versch. Dinge bietet.
Dabei muss es kein Wagen sein. Gerade die Fussgruppen mit tollen Ideen u. ohne Anlage sind toll.
Es in der Tat nicht so schön, das z.T. teilnahmslos wirkende Jugendliche auch mit Bierflaschen rumschleichen.
Das liegt aber weniger am Alkoholkonsum als das die Leute nach täglichen 1,2 o.3 Aufzügen schlichtweg fertig sind.
Der Aufzugsmarathon ist schon wahnsinnig.
Das während des Aufzuges getrunken wird war zumindestens vor 25 Jahren auch schon so. Damit zwar nicht gut, aber eben doch ein Stück weit normal. Traurig ist in der Tat, das von vornerein kein Wurfmaterial bestellt wird. Das war dann doch früher anders.
Hallo Ralf, hallo liebe Leser,
vielen Dank für den wertvollen Kommentar. Ich stimme überein, dass man nicht alles regulieren und jetzt auch nicht mit der Axt reinhauen darf. Die Jungendgruppen und Wagen sind sicherlich wertvoll und wichtig und es ist auch toll, dass die Jungend so aktiv mitwirkt an den Zügen. Es sind leider in diesem Jahr zu viele Extreme gewesen, die mir in den vergangenen Jahre nicht so aufgefallen sind. Ich denke, man muss im kommenden Jahr die guten, aktiven Gruppen unterstützen, neue Ideen und Gruppen einladen, aber die schwarzen Schafe auch mal ermahnen. Denn insgesamt wirkt das Bild des Karneval im Selfkant in diesem Jahr verzerrt. Ich habe viele schimpfende Leute gesehen und gehört.
Auch das Thema Alkohol ist sehr alt, da gebe ich dir recht. Aber auch hier ist der Aufruf zum Augenmaß wichtig. Völlig besoffene Jungendliche, teilweise gerade mal 16 oder drunter, haben im Karneval nichts zu suchen. Aachen und andere Städte haben das erkannt und 2009 strenge Kontrollen auf den öffentlichen Plätzen gemacht. Kein Schnaps und harter Alk, nur Bier. Das hat gefruchtet.
Die Organisatoren und die Gemeinde sollten das Gespräch mit den Jungendgruppen suchen, ein allgemeiner Appell vom Bürgermeister im Gemeindebrief hat ja nichts genutzt.
Die Sponsoren habe ich nur ins Spiel gebracht, weil man sowieso schon an jedem Wagen Sponsoren sah und man auch Kapellen und Vereine sponsorn könnte.
Mehr Initiative der Bürger wäre sicher auch wünschenswert. Wir haben seit Jahren vergelblich versucht, junge Leute aus unserem Freundes- und Verwandtenkreis dazu zu bringen, am Zug in Süsterseel mit einer Fußgruppe teilzunehmen. Ich nehme das Angebot gerne noch mal auf und versuche es für 2010.
In diesem Sinne, Alaaf. Ich denke, jetzt ist alles gesagt zu dem Thema.
Grüße Frank Bärmann
an meine Vor-Kommentatoren und Nörgler möchte ich appellieren, es doch selber einfach im nächsten Jahr besser zu machen. Zieht euch ein Kostüm an (aber bitte so originell, dass es nicht mit Stangenware verwechselt wird) und baut einen tollen bunten Wagen. Ich möchte euch aber jetzt schon darauf hinweisen, dass es gar nicht so einfach ist wie man vermutet. Erstmal heisst es sich einen geeigneten Hänger samt Traktor zu suchen und einen einigermaßen geschützen Platz zum Bauen. Hänger findet man zwar überall, doch meistens würde man diese nicht durch den für die Karnevalsumzüge erforderlichen TÜV kriegen. Das TÜV-Gutachten kostet übrigens schlappe 80 €.
Habt ihr dann gebaut müsst ihr euch erstmal überall anmelden - ein Spiessrutenlauf - teilweise geht das nur zu bestimmten Stunden (Kompliment an die Kleischötte, da funktionierts auch unkompliziert). aber nicht vergessen, auch die GEMA feiert mit, 15 Euro sind für so manchen Umzug hinzublättern.
Die Kosten für eine Musik-/Lichtanlage sowie Stromerzeuger lasse ich bewusst weg, da ihr ja mit nem Kofferadio auskommt, um keine Zuschauer zu belästigen.
Ein Tip: verlasst euch beim Kamelleeinkauf nicht auf die Organisatoren der einzelnen Umzüge, denn das Zeug ist mittlerweise so teuer, dass es von deren Seite meist nicht mehr als einen Karton mit ca 5 kg und nen Sack Popcorn dazugibt (kein Wunder bei ca 8€/5kg für das billigste Material).
In unserer Gruppe (Höngener Dreigestirn mit Prinzengarde) war es in diesem Jahr so, dass die Budgets für Bier und Kamelle in etwa gleich gross waren. Hört sich nach relativ viel an, aber das Zeug ist ruckzuck weg…
Also, ich bin gespannt auf eure Ideen für’s nächste Jahr, mal sehen wieviel Stimmung ihr auf die Straße bringt…..
kann JB nur Recht geben, die die von aussen stehen und nörgeln wissen gar nicht was da für Arbeit hinter steckt. Du hast noch so manche Kosten vergessen und Probleme nicht genannt.
Allein die Kosten für den Wagenbau sind enorm hoch! Da kommste mit einem kleinen vierstelligen Betrag nicht weit! Auch meistens ist der Traktor und Fahrer nicht kostenlos. Schwierig ist es auch über 50 Leute zu den Aufzügen hinzukriegen. Auf dem Wagen darf ja verständlicherweise nicht mehr. Also heißt es Bus Mieten inkl. Busfahrer (den Mann pro Stunde und Kilometer bezahlt).
Klar geb ich den anderen Leuten Recht, dass viele Teenis zu laufenenden Scheintoten werden. Nur wie will man das verhindern?Da kann die Organisation des Wagens nicht viel machen; höchsten demjenigen die Teilnahme verweigern. Dann läuft dieser eben wo anders mit oder gar allein. Auch erhält man genug Schnaps etc am Rand von den Zuschauern (was mich nicht stört und ich nicht bemängele!).
Sponsoren sind auch nicht ganz so einfach zu finden, wie es scheint. Meist sind dies nur kleine Geldspritzen, aber die natürlich helfen. Ich habe selber mir vor drei Jahren die Mühe gemacht und alle bekannten Herstellern von Süßigkeiten anzuschreiben und um Unterstützung zu beten. Jedoch ohne Erfolg. Die Antwort war immer: Tut uns leid. Das Budget ist begrenzt und geht ausschließlich an die großen Umzüge in den Großstädten. Soviel zum Thema das dort Kamelle geworfen werden und hier nur ganz wenig! Es würd auch keiner mehr mitgehen wenn man 300 € pro Person einsammelt, damit man für ein Paar Aufzüge Kamelle hat. Welches Teeni hat schon soviel Geld?
Die Kosten der Musikanlage sind im Verhältnis sehr gering. Je nach Teilnehmergröße 5 - 10 €. Die ist doch wohl jeder bereit zu bezahlen für Musik. Die Preisunterschiede sind auch nur gering zwischen den lauten und leiseren! Ausserdem laufen bei vielen Aufzügen mittlerweile Ordner, die die Lautstärke regeln!
Ich denke das die Stimmung teilweise dieses Jahr nicht so gut war während der Aufzüge ist sehr Wetter abhängig! Wenn man mehrere Stunden bei kalten Regen- und Windwetter läuft hat nun mal nicht immer sehr gute Laune. Das gleiche gilt auch für die Zuschauer.
Liebe Leute, vielen Dank für die tollen und anregende Diskussion. Sicher gibt es verschiedene, teilweise gegensätzliche Sichtweisen. Und vielleicht ist der eine oder andere Beitrag an einigen Stellen übertrieben.
Ich kann nur noch mal betonen, dass das Engagement und die Arbeit der Gruppen und Jugendlichen an sich nicht in Abrede gestellt wird. Es geht zumindest bei meinem Bericht nicht darum, alles und alle zu kritisieren, sondern nur um die extremen Vorkommnisse z.B. in Langbroich. Ich habe mit eigenen Augen die weinenden Kinder gesehen, die vor den Wagen mit der lauten Musik Angst hatten, ich habe selbst die Bässe gespürt (was ihr ja beabsichtigt, oder?) und die besoffenen Teenies gesehen, die laut in das Mikro rülpsen und nur noch grölen. Sorry, Kosten, Arbeit und Mühe hin oder her, das hat nichts mit Karneval zu tun. Und das kann auch keiner gut heißen. Ich denke, es ist angekommen, dass sich 2010 an ein paar Stellen was ändern muss. Vieles soll aber so bleiben, wie es ist.
Andere Dinge sind wohl schwieriger zu lösen.
Die TÜV-Auflagen sind nun mal Vorschrift - sonst ist eine Teilnahme nicht möglich.
Das Problem alkoholisierter Jungendlicher wird sich auch nicht so einfach lösen lassen
mit dem Ruf nach dem Ordnungsamt. Da müssen wohl eher alle Beteiligten (auch Zuschauer,
die Jungendlichen einen Schnaps einschenken) umdenken.
Beim Thema “Transfer zwischen den Umzügen” - da denke ich, können Veranstalter und
Zugteilnehmer (Orga-Teams) vielleicht gemeinsam dran arbeiten. Z.B. könnte ich mir
vorstellen, dass ein Bus zwischen Tüddern und Süsterseel pendelt (Shuttle-Service).
Nicht jede Gruppe muss dann einen eigenen Bus plus Fahrer finanzieren - sondern
Bus und Fahrer werden intensiv genutzt zwischen den Standorten. Dies setzt natürlich
voraus, dass im Vorfeld bekannt ist, wer welchen Zug mitmacht und evtl. auch an welcher
Stelle im Zug diese Gruppen fahren um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Für Veranstalter, die Zugteilnehmer im Anschluss an den Zug noch an eigene
Veranstaltungen binden wollen, stellt dies eine Hürde dar - die sollte aber nicht
unüberwindlich sein.
Vielleicht kann man ja auch den “Multi-Bus” zwischen Tüddern und Süsterseel mal so richtig
fordern.
Das Eingesparte kann man ja dann in Kamelle investieren….
… vielleicht findet sich ja auch jemand mit der “Super-Idee”, wie man einige der Probleme
auch noch anders lösen kann.
Wenn man die Kommentare so liest, findet man einige Kritikpukte,
die lassen sich sehr einfach angehen/lösen.
Das Thema “Musik zu laut” ist wohl mit am einfachsten….
… den Regler was runter und eine Musikauswahl, die ans Publikum
(oder wer ist eigentlich sonst Zielgruppe bei den Umzügen) ausgerichtet ist.
Und da kann wohl niemand behaupten, dass dies nicht möglich ist (oder mit extra Kosten).
Es kann niemand ein Interesse daran haben, dass auch hier in Zukunft weitere
TÜV-Auflagen hinzu kommen, oder ?
- und hier sollte nun der Kommentar (11.) sich anschliessen -
Die Probleme die hier angesprochen worden sind kann ich zum teil nachvollziehen. Jedoch die Aussage mit besseren Kostüme find ich schwachsinnig dieses mit nen Diskounter zu vergleichen. Was dort meistens angeboten wird ist nur Ramsch. Die meisten Kostüme, wenn sie nicht gerade selber gemacht sind, sind zu 90 % alle bei Karnevalswirts gekauft die auch nicht gerade billig sind. Zum Thema Musiklautstärke jut kann ich auch verstehen das die kleinen Kinder Angst bekommen da könnte man wirklich einfach sagen den Regler was runter,zumindest während des Aufzuges. Zum Thema Kamelle ähm ja da versteh ich auch die Organisatoren der einzelnen Aufzüge nicht. Diese Verlangen sich Geld zum Anmelden für dies und jenes warum kann man davon nicht Kamelle kaufen, zumindest ein Teil??? Das geht ja auch in Tüddern so. Ich selber bin bei einen großen Wagen mit gegangen und habe selber mit bekommen das Thema Stimmung es jedes Jahr weniger wird weil die Leute am Straßenrand fehlen. Alles in allem war es trotz teilweisen schlechen Wetter ein schönes Karneval und hoffe das wir nächstes Jahr die Meute hier etwas beruhigen.
Was hat es mit nörgeln zu tun wenn man kritik äußert? Schliesslich braucht ein Umzug auch seine Zuschauer, oder wollt ihr durch leere Strassen ziehen? Dann sollte man sich der Kritik einfach mal annehmen und nicht gleich beleidigt reagieren.
Ich bin selber x-mal mitgezogen. Zwar Jahrzehnte her und nicht in Süsterseel, aber soviel anders werden die Vorbereitungen nicht sein. Ich weiß also durchaus was es heißt einen Wagen für einen Umzug zu bauen.
Muss ich nun aber ein schlechtes Gewissen haben weil ich jetzt nicht mitziehe sondern “nur” am Straßenrand stehe und zuschaue?
Alkohol während des Umzuges gab es damals auch. Aber ich erinnere mich nur an Bier. Minderjährige die mit ‘ne Flasche Korn öffentlich rumliefen, gab es damals nicht.
Der Alkohol ist sicher kein aexklusives Süsterseeler Problem. Das gibt es überall. Das heißt dann aber auch nicht das Süsterseel warten soll bis andere was tun.
Ich glaube das Problem reduziert sich wenn man den Jugendlichen deutlich macht das es sich um einen KARNEVALS-Umzug handelt, nicht um die Love-Parade.
Viel einfacher zu lösen, und für mich persönlich wichtiger, wäre der ohrenbetäubende Lärm. Ich kenne mich da in den Regularien leider nicht aus, aber für jede Form von Umweltverschmutzung, wozu auch Lärmbelästigung gehört, gibt es Gesetze.
Seit 2 Jahren ruft der Bürgermeister nun schon dazu auf freiwillig mitzuwirken. Leider bringt es wenig.
Die Wagen hört man von einem Ende Süsterseels bis zum anderen. Da muss es für die Veranstalter doch auch möglich sein diese zu identifizieren und auf die Lautstärke anzusprechen. Oder hat man Angst das diese Gruppen dann das nächste Jahr nicht mehr dabei sind?
Und natürlich sind es die lauten Jugendlichen selber die sich mal überlegen sollten was Karneval eigentlich ist und ob sie wirklich die Umzüge für die anderen nachhaltig versauen wollen. Schliesslich hatten die meisten selber als kleine Kinder großen Spaß an den Karnevalsumzügen. Erinnert euch mal.
HI Leute,
nachdem ich die Diskussion hier verfolgt habe, kann ich als aktiver Wagenbauer und Chef-Organisator sagen, dass eine Argumente recht weit hergeholt bis idealistisch sind, andere Anregungen sind aber durchaus sinnvoll. Allerdings sehe ich nur eine realistische Chance etwas zu änderen, wenn es zwischen Veranstaltern und Zugteilnehmern zu einen konstruktiven Dialog kommt. Einige Veranstalter sind sehr offen und Kommunikativ, andere aber immer noch sehr verbohrt und arrogant. Da steckt in der Zusammenarbeit sicherlich noch Verbesserungspotenzial. Und zusammen kann man sicherlich auch das eine oder andere Problem lösen oder Dinge verbessern.
Hi Leutz,
also ich komme aus der Ecke Köln/D’dorf. Und ich muss sagen ich finde das Topp was die Leute hier bei Euch so machen. OK über die Musik lässt sich streiten, aber was hier an Wagen gezaubert wird und auch die Kostüme und das alles in Eigenregie…. ist aus meiner Sicht der Hammer. Ich schau mir den Zug lieber an als die 0815 Züge hier im Umkreis. Wo jedes mal gequälte Funkenmariechen sind und irgendwelche gesponserten Wagen vom Sportverein oder Stadt die NIX hermachen.
Ich kann auch nicht sagen das ich kleine apathische Kinder gesehen hätte die vor Angst weggelaufen sind, ganz im Gegenteil. War an mehreren Stellen und die Kids hatten überall Ihren Spaß. Daher würde ich mal so sagen, dass der Autor meiner Meinung nach bisschen den falschen Ton gewählt hat. Denn die Kids so hinzustellen, dass die alle total besoffen waren finde ich dann schon was hart (ich war nüchtern und kann daher ganz gut beurteilen wie voll einige waren oder nicht). Klar gibbet immer welche die über die Strenge schlagen, aber wo gibt es die nicht?
Also ich werde hoffentlich nächstes Jahr wieder die Zeit finden mir den Zug bei euch anzuschauen. Macht weiter so.
Seit ca. 8 melde ich einen Karnevalswagen bei den Zügen an. Daher bin ich natürlich in meiner Wahrnehmung über Karnevalswagen befangen.
Sicherlich, kann ich hier vielen Argumenten zu stimmen, dass z.B. z.T. zu laute und/oder falsche Musik gespielt wird, Jungendliche extrem besoffen sind oder auch zu wenig/keine Kamelle geworfen werden.
Andererseits haben Argumente wie, dass die Teilnehmer einfallslose Kostüme tragen etwas mit Geschmackssache zu tun hat. Auf der anderen Seite sind nur ganz wenige Leute, die an der Straße stehen, selbst verkleidet. Was da jetzt einfallsloser ist mag jeder selbst entscheiden!
Zum Thema ob genug Kamelle geworfen werden: Es gibt natürlich Wagen, die werfen gar nichts. Andere haben dafür gesorgt, dass Kamelle zum Werfen da sind, aber wie in Köln auf dem Rosenmontagszug wird’s wohl nie werden. Manchmal kann man als Teilnehmer den Eindruck gewinnen, dass es Zuschauer (jung und/oder alt) gibt, die nur darauf warten, dass die Aldi-Tüte möglichst schnell mit „wertvollen“ Süßigkeiten BEFÜLLT wird. Es kommt oft genug vor, dass sich viele schon gar nicht mehr nach einem einzigen Bonbon bücken.
„Karnevalsfreunde Selfkant“ ist ein Thema für sich.
Vielleicht wäre es ja auch mal sehr hilfreich, wenn Zuschauer sagen würden, welche Gruppen denn ausnahmsweise gut gefallen haben!
@ Organisator,
was meinen Sie mit „Karnevalsfreunde-Selfkant“ sind ein Fall für sich?
Was im ersten Artikel bezüglich der zwei Aggregate stand, ist nicht mal wahr.
Wir haben diese Saison bereits im sommer begonnen und uns einen eigenen Hänger gekauft.
Es hat viel Geld,Zeit und Energie gekostet die Bremsen dieses Hängers in einen TÜV-gerechten Zustand zuversetzen.
Die Kostüme haben wir auch nicht wie oben genannt vom Baumarkt, sondern von einem sehr bekannten Fachgeschäfft aus Heerlen bzw. Aachen.
Bei den Aufzügen hatten wir ständig mindestens 5 Personen dabei , die entlang des Wagens für Sicherheit gesorgt haben und bei der Lautstärke haben wir garantiert in diesem Jahr auch nicht übertrieben.
Unser Orga-Team hat sich schon im Herbst zusammen gesetzt und alle „Bewerbungen“ unserer Teilnehmer durchgesehn um eine Verantwortungsbewusste Truppe zusammen zu stellen und ich kann sagen, dass trotz der hohen Teilnehmerzahl von 130 Personen viele keine zusage von uns bekommen haben.
Bezüglich der angeblich fehlenden Süßigkeiten, kann man nur sagen, schauen sie sich mal die Straßen und Gehwege nach einem Aufzug an. Es bleiben große Mengen an Süsigkeiten liegen und das liegt nicht an den zugroßen Wagen die auf der Straße fahren.
Was die Art der Lieder betrifft kann ich nur sagen, das man nach dem 531gsten male Fliegerlied auch mal etwas anderes hören möchte. Bei uns lief während der Aufzüge auschließlich Stimmungsmusik, wir haben hierfür sogar einen DJ aus einer bekannten Discothek aus Unterbruch verpflichtet. Nach den Aufzügen geb ich Ihnen recht lief dann auch härtere Musik.
Die Lautsärke ist sicher ein Problem für sich, aber ich bin mir sicher, dass es in früheren Jahren nicht anders gewesen währe, wenn die damalige Technik es zugelassen hätte.
Allgemein denk ich das es im Selfkant ein Problem ist, dass der einen dem anderen nichts gönnen kann… und das ist nicht nur im Karneval so.
Mit freundlichen Grüßen Patrick P.
Ich möchte nun doch noch ein paar Zeilen schreiben, nachdem ich in einigen Kommentaren offenbar angesprochen wurde.
@Bob: Selbstverständlich muss es zwischen Veranstaltern und Zugteilnehmern zu einen konstruktiven Dialog kommen. Das ist die einzige Art zur Lösung der Probleme. Ich meine, dass sich sogar die Gemeinden dazu setzen müssen. Nur über ein Gespräch kann man eine Lösung für alle herbei rufen. Und jeder muss offen sein für Verbesserungen. Der Bürgermeister der Gemeinde Selfkant hat dies auch bereits angekündigt.
@SDL: Lieber SDL, ich habe nicht von “kleinen apathischen Kindern” gesprochen, die vor Angst weggelaufen sind. Ich habe von “weinenden Kindern” gesprochen, die sich die Ohren wegen des unerträglichen Lärms zugehalten haben. Das habe ich mit eigenen Augen gesehen. Wenn du das nicht gesehen hast, ist das ja ok, aber bitte stelle nicht meine Aussagen in Frage. Vielleicht waren bei euch ja mutige, coole oder taube Kinder. Bei uns in Langbroich (ich weiss nicht mehr, wo genau) gab es diese Kinder jedenfalls.
Und ich habe auch eine Menge Teenager - nicht Kids - gesehen, die betrunken waren. Ich habe nie behauptet, dass ALLE besoffen waren, in manchen Gruppen aber eine Menge. Und das Wort “total” habe ich auch nicht benutzt.
Dass der Alkohol Konsum in den letzten Jahren bei Teenagern durch Alkopops und deren Verharmlosung drastisch zugenommen hat, darüber müssen wir nicht mehr diskutieren, oder? Städte wie Aachen oder Düren haben Sperrzonen und Schleusen am Marktplatz eingerichtet, in denen die Teens - aber auch Erwachsene - durchsucht wurden. Auf dem Markt war alles außer Bier streng verboten. Warum wohl?
Ich behaupte, dass die Teenager im Selfkant während der Züge frei an Schnaps und Co. kommen.
Allerdings will ich auch mal eine Lanze brechen für Teenager, die in den Gruppen “alkoholfreies Bier” oder “Bier-Limo-Mix” getrunken haben. Das ist vernünftig und sei hier mal erwähnt. Nicht alle sind so dumm und dröhnen sich zu.
Und mich muss die Erwachsenen mal aufrufen, mehr ein Vorbild zu sein. Denn auch viele Erwachsene in und um den Zügen waren besoffen. Das ist nicht gut.
Die Sache mit den Kamellen-Mengen kann ich ja verstehen. Die Kosten viel Geld und sind oft von schlechter Qualität. Eigentlich sollte man den Quatsch ganz sein lassen, denn in anderen Ländern dieser Welt verhungern die Kinder. Dass wir nicht den Standard von Köln erreichen ist klar, dass es nicht schön ist, wenn die Kids mit Tüten da stehen und auf Kamelle-Einwurf warten, finde ich auch nicht toll. Ich bin selbst oft genug in Zügen mit gegangen. Aber wenn man weniger Alk kauft, hat zumindest ein wenig mehr Geld, um den Kindern, die sich auch nach Kamelle bücken, was zu werfen.
Ich finde aber, dass dieses Thema gar nicht Ziel dieses Beitrags oben war. Ebenfalls finde ich es nicht gut, die Wagen und die Kostüme zu kritisieren. Das gehört hier nicht hin. Es ging um die Lautstärke, die Lieder, den Alkoholkonsum.
Übrigens: Ein Wort zum Abschluß noch: Ich habe im gesamten Zug in Langbroich nicht einen einzigen Teilnehmer gesehen, der mal ALAAF in die Menge gerufen hat. Das haben nur die Kinder gemacht, um Bonbons zu bekommen. Das könnte man auch mal besser machen.
@Frank
Ich dachte mir schon das es so kommt das mit dem Zitieren los geht, das und das hab ich nicht gesagt. Ist auch richtig und will Ihnen nichts in den Mund legen was Sie nicht gesagt haben, aber so wirkte der Beitrag nun mal auf mich. Wenn ich Ihnen zu nah getreten sollte in irgendeiner Hinsicht entschuldige ich mich dafür.
Zu den Kindern, es mag halt auch immer sein wo man wann ist. Ich kann nur das sagen was ich gesehen habe und das waren viele kleine Kinder (ggf. mutig, cool oder taub) im Aller von 4-7 Jahre schätz ich mal so an die ich mich noch erinnere und die sind quietschfidel rumgerannt und haben Kamelle gesammelt, mag sein das es daran lag das es relativ am Startpunkt des Zuges war. Und bin ja auch nicht mit dem Bewusstsein über den Zug gegangen um mir alle Kinder anzuschauen
Zu den Kids (für mich alle unter 18) ist vollkommen richtig. Ich habe auch welche gesehen die stralle waren so isset nicht, aber da müsste man ja jetzt mit einer Grundsatzdiskussion anfangen, wer ist Schuld das unter 18 Jahre Alkohol bekommen/trinken…. Ich denke das würde jetzt hier den Rahmen sprengen, aber ich denke die Meisten im Karneval sind kein Kind von Traurigkeit und selten nüchtern egal ob jung oder alt. Das durch die Alkopop welle sehr viel mehr getrunken wird ist vollkommen richtig, man sollte sich aber auch fragen wie man selbst gehandelt hätte oder hat als man selbst in dem alter war…. Aber genug zu dem Thema Alkohol
Mir ging es darum einfach mich zu dem Thema einzubringen als ich diesen Beitrag gelesen habe. Denn ich fand dieser Beitrag hat den Zug in ein falsches Licht gerückt. Und da ich einige Leute kenne die an den Wagen mit bauen und auch mitbekomme was da für ein Aufwand Hinter steckt. Auch wenn es um die Musikanlagen geht. Ich bin absolut PRO für solche Anlagen, gut das die hier oder da mal bisschen zu laut sein könnten will ich nicht abstreiten. Aber ich währe froh wenn man bei uns nur im Ansatz solche Anlagen verbauen würde. Wenn ich da an alte Lautsprecher von Schulen und Sporthallen denke…. Kommt mir das Grausen…. Wenn dort du piep und pup Gebräuche rauskommen. Und ich denke wenn überall Karnevalsmusik gespielt werden würde, würde das auch nie zur Diskussion stehen, behaupte ich mal einfach so.
Alaaf und Helau…. Wobei mehr Alaaf habe ich wohl in Langbroich gehört auch von Erwachsenen dort wo die Leute von „Musik n Light“ die Wagen angesagt haben. Ich finde es doch sehr interessant wie 2 Personen die das gleiche gesehen haben, das Ganze doch unterschiedlich wahrnehmen und empfinden :)))
Und noch zum Schluss…. Man(n) sollte sich entscheiden. Entweder mehr Kamelle für Glückliche Kinder ODER jetzt kommt ein ZITAT „Eigentlich sollte man den Quatsch ganz sein lassen, denn in anderen Ländern dieser Welt verhungern die Kinder“. Beides geht nicht. Bitte als kleinen nachträglichen Karnevalsspaß hinnehmen und jetzt keinen Kreuzzug losbrechen. Wir wollen doch alle Spaß haben an Karneval und jede Kritik ist doch gute Kritik solange sie objektiv ist. Daher freuen wir uns doch alle auf ein nächstes Jahr wo ggf. das eine oder Andere ein bisschen besser läuft, so dass noch mehr Leute ein Zufriedenes Weihnachtsfest …. Öhhh Karneval haben
In dem Sinne
Hallo SDL,
du sagst es korrekt: jede Kritik ist doch gute Kritik solange sie objektiv ist. Hier haben viele Personen íhre Meinung los gelassen und Kritik geübt. Ich finde, Kostüme oder Wagen zu kritisieren ist dumm. Die Lautstärke und den Alk-Konsum darf man kritisieren. Die Diskussion über den Umgang mit Alkohol bei Teenager muss an höherer Stelle geführt werden, das ist ein Grundsatz Problem.
Ich denke, die Teilnehmer, die Veranstalter und die Gemeinde haben aus der Diskussion hier was gelernt. Man wird sich an einen Tisch setzen für die kommende Session und ein paar Sachen verbessern. Dessen bin ich mir sicher. Und mehr wollte ich gar nicht erreichen. Wenn man in Zukunft miteinander mehr redet, ist allen geholfen.
Denn wie du sagst ist nicht alles schlecht. Das habe ich auch durchaus schon konstatiert. Das Engagement der Jugendlichen, nicht nur zu Karneval ist echt Spitze.
Und einen Kreuzug über Gesagtes und Nicht-Gesagtes führe ich nur dann, wenn man mich persönlich angreift. Ich denke, im Falle von uns sind es nur unterschiedliche Sicht- und Wahrnehmungsweise während der Züge. Das ist immer subjektiv. In diesem Sinne: Das Gute ist gut und das Schlechte wird verbessert. Gehet hin in Frieden…:-)
Lieber Frank Bärmann,
ich möchte diese Plattform einmal nutzen um einen weitreichenden Über- bzw. Einblick in die Geschehnisse eines Karnevalsvereins zu geben. Ich möchte dazu einfach mal an unserem konkreten Fall eine tiefgründige Erläuterung darlegen. Wir, dass ist die Karnevalsgruppe Bobbyscrew IG Karneval 02 aus Saeffeln. Vorweg möchte ich hinzufügen, dass ich an dieser Stelle für die gesamte Führungsriege unserer Gruppe spreche. Um die Thematik nun richtig einordnen zu können, beginne ich mit einigen Grundsätzen die für unseren Wagen zutreffen und die von uns als Gruppe so beschlossen wurden. Karneval bedeutet für uns Freude und Spaß zu haben und zu Leben. Freude und Spaß in Form eines aufwendig geplanten und gebauten Wagens, sowie ausreichend eigenfinanziertes Wurfmaterial für die kleinen Zuschauer als auch Formationstänze, die las Bindeglied und Stimmungsüberträger zum Publikum dienen sollen. Letztere werden bei uns in der Zeit vor Karneval an Terminen einstudiert und erprobt. Dieses Jahr waren es 5 verschiedene Formationen die einstudiert wurden. Dies machen wir nur aus eigenen Beweggründen und es stellt eine zusätzliche Mehrarbeit für uns dar. Wir haben uns dennoch dazu entschieden und finden darüber hinaus, dass es sich vollends bewehrt hat, da wir den „Zoo-Effekt“ nicht haben wollten. Dieser Effekt hat nämlich zur Folge, dass eine anonyme Truppe lediglich dumm angeschaut wird als wäre kein Karnevalsaufzug und alle Beteiligten das Gefühl latent vermittelt man wäre völlig deplatziert. Unsere Choreographien haben sich in den zurückliegenden Jahren äußerst bewehrt und wurden überall dankbar war- und angenommen. Dies honorierten sogar Reporter verschiedener Medien. Zur mühevollen Arbeit und der Gestaltung des Wagens möchte ich an dieser Stelle nicht mehr viel sagen, ich verweise dazu auf unsere Homepage die gerne über Google erreicht werden kann, da ich an dieser Stelle keine Werbung platzieren möchte. Über den Geschmack lässt sich immer streiten, jedoch sieht man einem Wagen sehr schnell und sehr deutlich an, ob viel oder wenig Zeit investiert wurde. Die Summe der Wagen, die sehr einfach gestaltet waren und wirklich keine Augenweiden waren, hat in diesem Jahr leider einen traurigen Höhepunkt erreicht. Diese Modelle darf man auch zu Recht als Alibitransporter betiteln, da sie oftmals nur dem Transport von Alkohol, Stromerzeugern und technischem Gerät dienten. Man braucht halt nicht viel um einen Grund zu haben an den jeweiligen Aufzügen teilzunehmen und sich zu betrinken. Ich persönlich würde mit einigen Wagen nicht einmal den Hof verlassen, weil wirklich kaum zu honorierende Eigenleistung zu erkennen ist, die eine Teilnahme an einem Zug billigt. Man muss an dieser Stelle jedoch deutlich hinzufügen, dass besonders die Wagen aus dem Raume Selfkant noch ein recht hohes Maß an Eigenleistung aufweisen und fast alle in mühevoller Kleinarbeit erbaut wurden. Die Arbeitsleistung liegt bei den meisten Wagen im mittleren dreistelligen Stundenbereich. Das sieht man den meisten Wagen auch definitiv an. Zum Thema Wurfmaterial möchte ich an dieser Stelle einmal meine eigene Erfahrung wiedergeben, da ich die Probleme auf diesem Gebiet nur zu gut selber kenne und erlebt habe. In unserer heutigen Zeit sollte es eher nach Klasse gehen als nach Masse. Ich stimme einem meiner Vorredner völlig zu und möchte noch ergänzen, dass ich es absolut bedauernswert finde wie viel Wurfmaterial in der Gosse verschwindet. Oftmals ist es natürlich das ungeliebte Popcorn bzw. natürlich auch Sachen die man besser nicht mehr erreichen sollte, da die Gefahr den Wagen zu nahe zu kommen zu groß ist. Wir haben mit unserer Gruppe in diesem Jahr versucht diese Probleme von Anfang an offensiv anzugehen. Dazu haben wir uns beim Wurfmaterial die Frage gestellt, nach welchen Sachen würde ich mich bücken bzw. worüber würde ich mich freuen (als Kind) am Straßenrand. Ganz ehrlich gesprochen an dieser Stelle, für kleine Kinder ist das Wurfmaterial das Größte an Karneval und auch das nachhaltigste. So darf es ja auch ruhig sein. Auf diesem Hintergrund basierend haben wir unsere Materialien dann auch eingekauft. Wir haben viele der Sachen vorher selbst probiert und dann erst ausgesucht. Das Budget für diese Materialien lag bei unserer Gruppe bei rund 1000€. Die Menge wurde für 8 Züge geteilt und wurde von den kleinen Zuschauern aber auch von den Eltern sehr gerne gesehen und angenommen. Wir sind uns auch darüber im klaren, dass wir mit diesem Budget wahrscheinlich weit über dem Durchschnitt liegen und dass viele an dieser Stelle intervenieren würden und diese Menge für völlig überzogen halten, jedoch war es uns die Sache wert. Dafür musste dann an anderer Stelle etwas umgeschichtet werden z.B. beim Bier, wo sich durch einen einfachen Markenwechsel beim fast gleichen Geschmack sehr viel Geld sparen ließ. Mit dieser Lösung waren alle Teilnehmer des Wagens einverstanden. Zum Thema betrunkene Jugendliche möchte ich hinzufügen, dass zumindest in unserer Gruppe (immer 100 Leute zählend) niemand ein Problem mit Alkohol hatte bzw. in irgendeiner Art und Weise teilnahmslos herumirrte. Dies kann man zwar nie ganz verhindern, jedoch kann man die Hürden höher legen und die Leute sensibilisieren. Bei uns wurde zu Begin ein Schreiben an alle Eltern herausgebracht, (unter 18 jährige Kinder) dass unmissverständlich darauf hingewiesen hat welche Konsequenzen zu erwarten sind, wenn der oben genannte Fall eintreten sollte. Dies wurde ebenfalls noch einmal auf den verschiedenen Vortreffen näher erörtert und ins Gedächtnis gerufen. Übermäßiger Alkoholkonsum bzw. Anzeichen desselbigen hätten in jeden Falle zum sofortigen Ausschluss des Zuges geführt (inklusive sofortiger Benachrichtigung der Eltern mit Abholung). Diese Methode hat sich bei uns innerhalb der letzten Jahre absolut bewehrt und musste, dass darf ich zu meiner Zufriedenheit an dieser Stelle sagen, noch nie angewandt werden. Es bleibt immer ein Stück Eigenverantwortung übrig, jedoch wird dieses Stück nicht so häufig missbraucht, wenn es klare Regeln und Grenzen gibt, die für alle klar und verbindlich sind. Das endlose Lied zum Thema Musik, Anlagen und Lautstärke möchte ich ebenfalls kurz ansprechen, da mir einige Missverständnisse und Unwissenheitsbekundungen aufgefallen sind im Verlaufe dieser Diskussion. Zum einen möchte ich darauf hinweisen, dass fast ausnahmslos alle Wagen in den Zügen Karnevalsmusik gespielt haben. Zu Karneval gehört heutzutage, auch wenn einige das noch nicht wissen, auch ein kleiner Teil Après-Ski und Party Musik. Halt einfach schmissige Lieder zum mitsingen, tanzen und schunkeln. Natürlich auch Klassiker, weil sie jeder kennt und weil die Stimmung dann sofort anzieht. Was vor den Aufzügen oder danach gespielt wird das bleibt jedem selbst überlassen, solange es nicht mitten im Ort stattfindet und andere Menschen über alle Maßen belästigt oder schädigt. Desweiteren wird ja auch in den Anmeldeformularen zu den jeweiligen Aufzügen bereits auf diese ganze Thematik hingewiesen. Karnevalsmusik in den Aufzügen zu spielen ist für die meisten Gruppen daher eine rhetorische Frage und auch eine Frage des Anstands und der Ehre. (Niemand möchte doch auffallen durch Fehlverhalten an dieser Stelle) Im Bezug auf die Lautstärke gibt es von einigen Veranstaltern ganz klare und unmissverständliche Vorgaben. Die Lautstärke darf maximal 95db in 2-3 Metern Entfernung in Körperhöhe betragen. Dieser Wert wurde bei uns durch ein eigens dafür geliehenes Multimeter ermittelt und eingehalten. Dies gilt für die Zeit der Aufzüge, als auch für die unmittelbaren Fahrten durch die Orte. Man kann sehr wohl darüber streiten, ob diese Methode Sinn macht oder nicht. Zum Schutz macht sie erheblichen Sinn, jedoch ist sie nicht besonders praktikabel während eines Aufzuges, da eine konkrete und genau Messung kaum möglich ist. Jedoch könnte man vorher intervenieren und zumindest Auswüchse verhindern. Dies ist in den letzten Jahren aber bereits geschehen, müsste evtl. aber noch erweitert und verfeinert werden. Das größte Problem und der größte Irrwitz zugleich ist jedoch die absolut mangelhafte Kontrolle der Veranstalter. Was die Lautstärke angeht kann ich mich jedoch an wesentlich schlimmere Exzesse erinnern in den vergangen Jahren. Der Wettrüstgedanke ist auf diesem Themengebiet meiner Meinung nach völlig deplatziert und täuscht oft nur über einen einfach gebauten Wagen sowie die Dummheit der Gruppenangehörigen hinweg.
Ich würde mir wünschen, dass mehr von den Idealen und Werten bei allen Gruppenmitgliedern ankommt und auch praktiziert wird und diese nicht nur fromme Wünsche und Zielvorstellungen eines durchaus engagierten Vorstandes sind und bleiben. Der ordentliche und vernünftige Karneval braucht eine große und breite Basis, die sich nach gleichen Inhalten aufstellt und sich auf gleiches beruft. Es muss einen kleinen Aufstand der anständigen geben um das Bewusstsein für die wirklich bedeutsamen Sachen zu formen und zu schärfen. Getreu nach dem Kölner Motto „Haben mir Spaß, haben alle Spaß“. Alaaf und bis nächstes Jahr!
Benedikt D.
Guten Tag an alle meine Vorredner,
ich stimme einigen zu, anderen leider nicht.
Zum Thema Wagen:
Es gibt Gruppen, die sich keine Mühe machen und einfach nur Karneval als Chance auf Alkohol ansehen, allerdings ist dies im Raum Selfkant meiner Meinung nach nicht die Mehrzahl.
Ich selbst habe ca. 200 Arbeitsstunden an unserem Wagen verbracht und andere auch noch weit über 100. Insgesamt schätze ich den Aufwand von 15 Personen auf ca. 1500 Arbeitsstunden.
Die Kostüme haben wir wie viele andere auch bei Karnevalswierts geholt, was nicht billig ist, und auch eine gute Qualität und ein gutes Aussehen garantieren, denke ich.
Das Wurfmaterial war bei uns auf ca. 10 Euro pro Person berechnet (Zum Vergleich: Getränke waren auch bei 10 Euro).
Die Anlage wird bei uns nicht danach ausgesucht, dass sie laut ist, sondern wir wollen einen guten Klang, damit die Zuschauer kein scheppern und keinen ekelhaften Bass hören.
Außerdem geben wir uns Mühe mit unseren Tänzen und Choreos, die den Leuten auch gefallen und wo selbst Kinder mitmachen.
Leider sind nicht viele Zuschauer bereit, selbst etwas für die Stimmung zu tun.
Wenige sind verkleidet und auch nur wenige singen mit und tanzen mit, obwohl die meisten Lieder allen bekannt sind.
An den Alkoholleichen kann nur die jeweilige Gruppe etwas ändern oder es muss vom Veranstalter besser kontrolliert werden und Leute, die zu viel getrunken haben, sollten aussortiert werden oder es sollte der Gruppe zur Last gelegt werden. Dann würden viele Gruppen anders darüber denken.
Wie mein Vorredner Benedikt sagte, ist es bei uns so, dass Leute mit zu hohem Alkoholkonsum ausgeschlossen werden. Diese Warnung hat dazu geführt, dass keiner an diese Grenze gegangen ist.
Ich würde mich aber sehr darüber freuen, wenn ein besserer Kontakt mit den Veranstaltern hergestellt würde und die einzelnen Veranstalter mehr Rücksicht aufeinander nehmen würden mit Zeiteinteilungen (Tüddern und Süsterseel haben bewiesen, dass es so besser funktioniert)
In diesem Sinne,
Alaaf und bis nächstes Jahr.
Simon
Bravo Benedikt,
mehr ist dem nicht hinzu zu fügen.
So muss es sein… Danke.
Hallo,
interessante Diskussion.
Die Frage ist nur, ob sich in diesem Jahr etwas ändert.