Wo is de Musik geblieben?
Wir haben es wieder geschafft und den Karneval erfolgreich und mehr oder weniger gesund hinter uns gelassen. In diesem Jahr scheinen einige Apelle an die Teilnehmer der Züge gefruchtet zu haben. Nach meinen Beobachtungen waren es deutlich weniger Alkohol-Leichen, deutlich weniger zu laute Musik und viel mehr Fastelovend-Lieder. Hin und wieder waren ein paar Unbelehrbare dazwischen, aber die wird es immer wieder geben. Ich möchte in diesem Jahr nicht wieder die Diskussion über Alkohol und Jungendliche, über zu laute Musik etc. anfachen.
Vielmehr möchte ich eine Sache zur Diskussion stellen, von der ich hoffe, die Gründe zu finden und für 2011 eine Besserung zu finden. Ich habe fast in allen Zügen die Musikkapellen vermisst. Alleine in der Gemeinde Selfkant gibt es viele tolle Instrumentalvereine und Musikvereine, aber kaum welche ware in den Zügen dabei. Dabei sind es doch gerade die Kapellen, die mit ihren Liedern vom “Trömmelche”, über “Viva Colonia” etc. das Publikum am Rande mitreißen zum Schunkeln und Singen. Der Funke springt viel leichter über als bei den dröhnenden Wagen mit Musik aus der Konserve. Aber warum sind die Vereine nicht da? Was ist der Grund? Gibt es eine Lösung? Einige erzählen mir, dass die Vereine Geld haben wollen, und die Zug-Organisation (Gruppen) kein Geld haben. Ist das wahr? Gibt es da keine Lösung? Ich hoffe auf Lösungen und Ideen.
Foto: Michael Bührke / pixelio.de






Jepp - da muss ich zustimmen. Ich war in Obspringen auf dem Zug, in Wassenberg und in Wegberg … und einzig ist mir der Wegberger Zug aufgefallen bei dem in meinen Augen sogar auffallend viele Musikzüge unterwegs waren.
Welche genau kann ich nicht sagen, da die teilweise ja auch verkleidet waren - auswendig weiß ich das Büch und Wildenrath mitgezogen sind da ich hier einige kenne.
Bilder vom Zug habe ich hier … http://westreporter.eu/uh-news/?p=6225 auf denen man auch die “Toll” verkleideten Spielmanns (und frau) Züge sehen kann. Von Obspringen und Wassenberg gibts auch ein paar Fotos u. Diashow - einfach mal googlen …
So und nu den Hoppeditz abfackeln - Helau
Mindestens die Hälfte vom Süsterseeler Trommler und Pfeifenkorps Selfkantia stand auf dem Prinzenwagen. Da können sie ja schlecht gleichzeitig mitlaufen und Musik machen.
Stimmt. Wenn man auf dem Wagen mitfährt, kann man nicht im Zug mitgehen und spielen. Es es gibt weitaus mehr Vereine und Kapellen. Und was ist mit den Nachbarn aus Sittard und Co.? Die haben auch viele Kapellen.
…im Süsterseeler Zug waren sowohl der Trommlercorps als auch der Instrumentalverein vertreten ! Beide Vereine haben auch Mitglieder in den Kleischötten und stellen zudem das Prinzenpaar nebst Gefolge, dennoch wurde auch in kleinerer Besetzung daran festgehalten den Rosenmontagszug musikalisch zu unterhalten.
Gastvereine zu bekommen ist nicht so einfach, da viele eben feiern wollen oder eben schon in anderen Zügen mitgehen. Auch im Nachbarland ist Rosenmontag einiges los, sodass wir vom Instrumentalverein zusätzlich auf einige unserer niederländsichen Musikanten verzichten mußten.
Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass es sehr anstrengend ist Karnevalsaufzüge zu spielen, denn wir vom Instrumentalverein sind auch beim Zug vorher in Tüddern mitgegangen…sobald man ein Lied fertig gespielt hat, hört man schon wieder die Rufe: “bloase, bloase…”
Ich finde wir Süsterseeler musizierenden Vereine haben das dieses Jahr trotz kleinerer Besetzungen prima hinbekommen! In anderen Gemeinden oder Orten sind die Kapellen allerdings so groß, dass die sich locker zwei oder dreiteilen können…
Zu allererst: Hut ab vor Trommlerkorps und Musikverein, die im Süsterseeler Umzug wieder gespielt haben.
Trotz der eisigen Kälte. Ohne Euch würde im Rosenmontagszug was fehlen.
Ebenso können wir auf die Unterstützung der freiwilligen Feuerwehr bei der Zug-sicherung jedes Jahr bauen -
und sie fahren sogar als aktive Gruppe seit letztem Jahr mit.
Wer Musikkapellen vermisst sollte sich zu aller erst mal folgende Fragen selber stellen:
- Warum stehe ich lieber am Straßenrand als Zuschauer, als aktiv in einem musizierenden Verein mitzuziehen ?
- Würde ich womöglich EINTRITT zahlen wollen, um mehr musizierende Vereine im Umzug zu sehen ?
- Welche Kosten kann einem Veranstalter für einen Rosenmontagszug zugemutet werden ?
Ja - in Süsterseel wird beim Rosenmontagszug gesammelt (eine Spende der Zuschauer) - doch diese Einnahme steht
als Finanzspritze für Wurfmaterial zur Verfügung - kommt also beim Zuschauer direkt wieder an.
Gerade wenn es um Kosten geht - die Veranstalter refinanzieren müssen - gehen die Meinungen ja stark auseinander.
Da wird man immer wieder gefragt: Warum ist der Eintrittspreis so hoch und/oder kostet ein Getränk so viel…..
Und unter Kosten sind die ganzen ehrenamtlichen Tätigkeiten erst gar nicht berücksichtigt.
Die Kosten stehen vorab schon fest - die Einnahmen sind aber ungewiss - das Risiko trägt der Veranstalter.
Ich finde, im Süsterseeler Rosenmontagszug hatten wir eine tolle Mischung aus allem:
kleine Fußgruppen, Musikgruppen und auch große Festwagen.
Hallo Jochen, ich habe den Rosenmontagszug in Süsterseel gar nicht kritiesiert. Im Gegenteil, ich finde, dass ein kleiner Ort wie Süsterseel (nebst Nachbarorten) einen ganz ordentlichen und qualitativ hochwertigen Zug auf die Beine stellt. Ich spreche auch nicht unbedingt nur von Süsterseel. Generell ist es so, dass die Züge von Wagen mit bombastischen Musikanlagen beschallt werden und nicht von Kapellen. Das finde ich schade, weil die Anlagen und die CD-Musik nicht die Stimmung rüber bringen wie LIve-Kapellen. Wenn dann statt Karnevals Musik auch noch Techno gedröhnt wird, ist keine Stimmung bei den Zuschauern da (aber das ist ein anderes Thema, das hatten wir letztes Jahr).
Ich kann auch die Einwände von Guido verstehen, dass es sehr anstrengend ist, einen Zug mitzugehen. Und wenn wie in diesem Jahr viele aus den Musikvereinen auf dem Wagen stehen, wird das Personalproblem noch größer.
Ich will hier nur eine Diskussion anregen, auf welche Weise man mehr Kapellen gewinnen kann. Wenn es wirklich an den Kosten liegt, muss man sich was überlegen. Eintritt will keiner gerne bezahlen. Und der Veranstalter soll auch nicht alles tragen, das ist klar. Ich hätte z.B. nichts gegen ein Schild vor der Kappelle, auf dem steht “Diese Teilnahme des Vereins xy wird von der Sparkasse Heinsberg finanziert” oder sowas. Die Sponsoren-Konzepte gibt es, viel Jugendgruppen finanzieren sich durch Werbeschilder ihre Wagen. Man muss sie nur mal weiterdenken. Vielleicht ist das sogar schon geschehen und nicht praktikabel, dass kann ich nicht wissen.
Das mit den vielen Veranstaltungen zur gleichen Zeit in der Region ist natürlich ein Argument. Wenn viele Züge zugleich gehen, kann man sich nicht teilen. In Köln geht ein großer Zug am Montag, da gehen alle mit.
Ich finde sogar, dass die Gemeinden hier diess Problem durch die Verteilung der Züge auf mehrere Tage gut lösen. Das ist auch für die Zuschauer schön, weil man mehrere Züge sehen kann.
Und um auf deine Frage zu antworten: Ich stehe lieber am Straßenrand als in einem Musikverein mitzugehen, weil ich einfach unmusikalisch bin und zu alt, um es noch zu lernen. Meine Kinder werden bald aktiv was machen.
Schöne Grüße
Frank